8 wirksame Wirkstoffe zur Aknebehandlung, die Sie kennen sollten
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Einleitung
Akne, wissenschaftlich als Acne vulgaris bezeichnet, gehört zu den häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen und betrifft sowohl Jugendliche als auch Erwachsene. Obwohl verschreibungspflichtige Therapien weiterhin eine wichtige Säule der Behandlung darstellen, haben zahlreiche kosmetische Wirkstoffe mittlerweile klinisch relevante Vorteile bei der Behandlung von Akne gezeigt.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Evidenz zu wichtigen Wirkstoffen zur Aknebehandlung und ihre Wirkmechanismen und dient als praxisnahe Referenz für die Auswahl geeigneter Behandlungen und die professionelle Beratung von Patienten.
Was ist Akne?
Acne vulgaris ist eine Erkrankung der pilosebaceösen Einheit (Haarfollikel und Talgdrüse), die häufig während der Pubertät auftritt, aber bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben kann. Sie ist durch Komedonen (verstopfte Poren), Papeln, Pusteln und Knötchen unterschiedlichen Schweregrades im Gesicht und am Körper gekennzeichnet.

Die Ursachen und Entwicklung von Akne – Quelle: Science Direct
Akne entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, darunter:
- Follikuläre Hyperkeratinisierung (übermäßige Ansammlung abgestorbener Hautzellen).
- Vermehrung von Propionibacterium acnes (P. acnes).
- Erhöhte Talgproduktion.
- Entzündung
Eine frühzeitige und wirksame Behandlung ist wichtig, um das Risiko dauerhafter Narbenbildung zu reduzieren. Aus diesem Grund wird häufig eine Kombinationstherapie eingesetzt, um mehrere pathophysiologische Faktoren gleichzeitig zu behandeln.
Zu den traditionellen Behandlungsmöglichkeiten gehören:
- Topische und orale Retinoide.
- Topische Antibiotika.
- Benzoylperoxid (BPO), das entzündungshemmende, antibakterielle, keratolytische (exfolierende) und talgregulierende Wirkungen aufweist.
Evidenzbasierte Wirkstoffe zur Aknebehandlung
Natürliche Wirkstoffe können als Produkte definiert werden, die nicht künstlich hergestellt werden, in der Natur vorkommen oder aus Pflanzen oder Tieren gewonnen werden. Viele natürliche Wirkstoffe werden mittlerweile in Hautpflegeprodukten zur gezielten Aknebehandlung eingesetzt. Die Wirksamkeit vieler dieser Wirkstoffe wurde in klinischen Studien untersucht, und ihre Wirkmechanismen werden weiterhin erforscht.
Die folgenden Wirkstoffe wurden hinsichtlich ihrer Rolle bei der Behandlung von Akne untersucht:
- Vitamin C
- Teebaumöl
- Niacinamid
- Grüntee-Extrakt
- Resveratrol
- Salicylsäure
- Alpha-Hydroxysäuren.
Patienten greifen aus verschiedenen Gründen auf diese Arten alternativer Behandlungen zurück, unter anderem aufgrund des Wunsches nach einer „natürlicheren“ Behandlung, der Unzufriedenheit mit konventionellen Therapien oder dem Wunsch, eine Behandlung mit natürlichen Wirkstoffen mit ihren herkömmlichen Medikamenten zu kombinieren. Zudem haben Patienten einen wesentlich besseren Zugang zu diesen Produkten als zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.
1. Vitamin C (Ascorbinsäure)
Ascorbinsäure (Vitamin C) ist ein wasserlösliches Vitamin, das in Zitrusfrüchten, Tomaten und Brokkoli vorkommt.

Vitamin C kommt natürlicherweise in Zitrusfrüchten vor – Quelle: Harvard Health Publishing
Wichtige Vorteile von Vitamin C:
- Es ist ein wichtiger Cofaktor, der für die Produktion von gesundem Kollagen benötigt wird.
- Vitamin C besitzt antioxidative Eigenschaften, die dazu beitragen, durch freie Radikale verursachte DNA-Schäden zu neutralisieren.
- Es hat sich als potenzielle Behandlungsoption für Akne erwiesen, indem es auf pathophysiologische Faktoren abzielt, die an der Entstehung von Akne beteiligt sind.
- Als Antioxidans kann Vitamin C die Oxidation von Talg verhindern, die zu Entzündungen und follikulärer Keratinisierung (abnorme Ansammlung abgestorbener Hautzellen innerhalb der Haarfollikel) beiträgt.
- Studien haben gezeigt, dass Vitamin C die durch UVA-Strahlung induzierte Talgoxidation um bis zu 40 % reduzieren kann.
Mehrere klinische Studien haben die Wirksamkeit von Vitamin C bei der Behandlung von Akne belegt. Auch In-vitro-Tests haben eine starke antimikrobielle Wirkung gegen P. acnes – die Hauptursache von Akne – gezeigt.
Vitamin C selbst ist jedoch instabil und wird in vielen kosmetischen Formulierungen leicht abgebaut. Sodium Ascorbyl Phosphate (SAP) ist ein stabiles Vitamin-C-Derivat, das in mehrere topische Formulierungen integriert wurde. Insgesamt ist Vitamin C eine nicht-antibiotische Option, die als Monotherapie oder als Bestandteil einer Kombinationstherapie bei Akne wirksam sein kann.
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2. Zink
Zink ist ein Spurenelement, das als Cofaktor in Stoffwechselwegen dient, die an der Zellentwicklung und Homöostase beteiligt sind.
Wichtige Eigenschaften von Zink:
- Enzyme wie die Superoxiddismutase sind für ihre ordnungsgemäße Funktion auf Kupfer und Zink angewiesen und tragen dadurch zu den antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Zink bei.
- Zwei Hauptfaktoren könnten die positiven Effekte von Zink bei der Behandlung von Acne vulgaris erklären:
- Zink kann nachweislich zur Verringerung der Talgproduktion beitragen.
- Zink wirkt bakteriostatisch gegen P. acnes.
Trotz der theoretisch erklärbaren Wirkmechanismen sind die klinischen Daten zur Wirksamkeit begrenzt. Weitere Forschung ist erforderlich, um die optimale Zinkformulierung, den Verabreichungsweg und die Dosierung zu bestimmen. Zink wurde zudem in Studien als wirksamer bei entzündlicher und schwerer Akne beschrieben als bei leichter bis mittelschwerer Akne.
3. Niacinamid (Nicotinamid)
Niacinamid (auch als Nicotinamid bezeichnet) ist ein wasserlösliches Vitamin, das aus Niacin (Vitamin B3) abgeleitet ist. Nicotinamid spielt eine wichtige Rolle bei der Zellfunktion, da es als Vorstufe von Nicotinamidadenindinukleotid (NAD) dient, einem Coenzym, das für die Energieproduktion benötigt wird.
Topisches Niacinamid wird aufgrund seiner beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften in zahlreichen frei verkäuflichen kosmetischen Produkten eingesetzt.
Mechanismus:
- Niacinamid wird zur Behandlung von Akne eingesetzt, da es entzündungsfördernde Chemokine hemmt.
- P. acnes auf der Haut aktiviert Interleukin-8 (IL-8) durch die Stimulation des Toll-like-Rezeptors 2. In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Nicotinamid die IL-8-Produktion dosisabhängig deutlich reduzieren kann.
- Es wird angenommen, dass Niacinamid seine entzündungshemmende Wirkung durch die Regulation der NF-kappaB- und MAPK-Signalwege ausübt.
Obwohl weitere klinische Studien erforderlich sind, um die Wirksamkeit von Niacinamid zu bewerten, könnte es eine alternative entzündungshemmende Therapie darstellen, ohne das Risiko einer bakteriellen Resistenz, das mit Antibiotika verbunden ist.
4. Teebaumöl & Grüntee
Teebaumöl
Teebaumöl (auch als Melaleuca-Öl bezeichnet) wird aus den Blättern des Teebaums Melaleuca alternifolia gewonnen. In Australien wird es aufgrund seiner antiseptischen Eigenschaften traditionell zur Behandlung von Infektionen eingesetzt.
Eine randomisierte, doppelblinde, kontrollierte klinische Studie untersuchte seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Akne:
- 60 Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder ein Teebaumöl-Gel oder das entsprechende Trägergel.
- Nach 45 Tagen zeigte die Teebaumöl-Gruppe im Vergleich zur Trägergel-Gruppe eine statistisch signifikante Verbesserung.
Grüntee
Grüntee wird aus der Pflanze Camellia sinensis gewonnen und enthält starke polyphenolische Verbindungen, sogenannte Catechine, die antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Aus diesem Grund werden Grüntee-Extrakte häufig in zahlreichen frei verkäuflichen Anti-Aging-Produkten eingesetzt.
Es wurden nur wenige klinische Studien durchgeführt, um die Wirksamkeit von Grüntee bei der Behandlung von Akne zu untersuchen:
- In dieser offenen Studie wurden 20 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Akne aufgenommen. Sie trugen sechs Wochen lang zweimal täglich eine 2%ige Grüntee-Lotion auf.
- Eine 2%ige Grüntee-Lotion wurde mit einer 5%igen Zinksulfatlösung bei Aknepatienten verglichen.
- Die Grüntee-Lotion zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung, während dies bei der Zinklösung nicht der Fall war.
5. Salicylsäure & Alpha-Hydroxysäuren
Mehr dazu: Wirkstoffe für chemische Peelings: AHA, BHA und mehr

AHA vs. BHA: Unterschiede im Wirkmechanismus – Quelle: Shutterstock
Salicylsäure (BHA)
Salicylsäure ist eine in der Natur vorkommende Beta-Hydroxysäure, die ursprünglich aus der Rinde der Silberweide gewonnen wurde.
Salicylsäure wird seit Jahrzehnten zur Behandlung von Akne eingesetzt und ist häufig in zahlreichen Produkten enthalten, darunter Reinigungsprodukte und Leave-on-Produkte.
Mechanismus:
- Sie wirkt als chemisches Peeling, das die Verbindungen zwischen den Keratinozyten des Stratum corneum löst und dadurch die Abschuppung abgestorbener Hautzellen fördert.
- Darüber hinaus kann Salicylsäure eine entzündungshemmende Wirkung auf die Haut haben.
- Als lipophiles Molekül dringt sie leicht in die fettreiche Umgebung der pilosebaceösen Einheit ein und eignet sich daher besonders für die Behandlung von Akne.
Sie wirkt komedolytisch, gilt jedoch allgemein als weniger wirksam als topische Retinoide. Daher wird Salicylsäure typischerweise eingesetzt, wenn Patienten topische Retinoide nicht vertragen.
Die maximal zulässige Konzentration von Salicylsäure in frei verkäuflichen Produkten in den USA beträgt 2 %, wobei höhere Konzentrationen verschreibungspflichtig oder in Form von chemischen Peelings in der Praxis eingesetzt werden können.
Eine Kombinationstherapie aus Benzoylperoxid und Salicylsäure hat in frühen Zeitpunkten (Woche 2–4) bessere Ergebnisse bei der Reduktion von Akne gezeigt als Benzoylperoxid allein, topische Antibiotika allein oder Benzoylperoxid in Kombination mit topischen Antibiotika.
Alpha-Hydroxysäuren (AHA)
Alpha-Hydroxysäuren sind schwache Säuren, die in Früchten, Milchzuckern und Pflanzen vorkommen.
Mechanismus:
- AHAs schwächen die interzellulären Bindungen zwischen den Korneozyten und reduzieren dadurch die Hyperkeratinisierung der Haut, indem sie die Abschuppung der Korneozyten fördern.
- Neben der Ausdünnung des Stratum corneum können AHAs nachweislich Melanin in der Basalschicht verteilen und die dermale Kollagensynthese steigern. Durch die Erzeugung einer kontrollierten Verletzung und die anschließende Reepithelialisierung kann Glykolsäure nachweislich eine übermäßige Pigmentierung reduzieren.
Alpha-Hydroxysäuren sind normalerweise in Konzentrationen von bis zu 10 % erhältlich und werden in verschiedene Leave-on-Produkte, Reinigungsprodukte und Peelings eingearbeitet. In Form von Peelings in medizinischen Einrichtungen sind sie auch in höheren Konzentrationen erhältlich.
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Fazit zu Wirkstoffen zur Aknebehandlung
Acne vulgaris ist eine multifaktorielle Erkrankung, die einen gezielten Ansatz erfordert, der überschüssigen Talg, eine abnormale follikuläre Keratinisierung, bakterielle Vermehrung und Entzündungen berücksichtigt. Die in diesem Artikel untersuchten Erkenntnisse zeigen, dass mehrere kosmetische Wirkstoffe, darunter Vitamin C, Zink, Niacinamid, Teebaumöl, Grüntee-Extrakt, Salicylsäure und Glykolsäure, klinisch relevante Vorteile bei der Behandlung von Akne gezeigt haben.
Für viele Patienten können diese Wirkstoffe als sinnvolle Ergänzung zu verschreibungspflichtigen Therapien eingesetzt werden, während ausgewählte Wirkstoffe je nach Schweregrad der Akne, Hauttyp und Behandlungstoleranz auch als eigenständige Optionen geeignet sein können. Die Wahl der richtigen Wirkstoffkombination ist häufig entscheidend, um bessere langfristige Ergebnisse zu erzielen und Hautreizungen zu minimieren.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
▼ 1. Welcher Wirkstoff eignet sich am besten für fettige Haut und verstopfte Poren?
Salicylsäure gilt allgemein als eine der besten Optionen bei fettiger und komedonaler Akne, da sie lipophil ist und effektiv in die pilosebaceöse Einheit eindringt.
▼ 2. Kann Niacinamid anstelle von topischen Antibiotika eingesetzt werden?
Niacinamid hat entzündungshemmende Wirkungen gezeigt und führte in einer klinischen Studie zu einer vergleichbaren Reduktion des Schweregrads der Akne wie Clindamycin-Gel. Damit stellt es in bestimmten Fällen eine potenzielle nicht-antibiotische Alternative dar.
▼ 3. Ist Vitamin C bei Akne hilfreich oder nur bei Pigmentierung?
Vitamin C kann bei Akne durch seine antioxidative Wirkung, die Reduktion der Talgoxidation und seine antimikrobiellen Effekte gegen Cutibacterium acnes hilfreich sein.
▼ 4. Was ist der Unterschied zwischen Salicylsäure und Glykolsäure?
Salicylsäure ist eine Beta-Hydroxysäure, die fettlöslich ist und gut innerhalb der Poren wirkt, während Glykolsäure eine Alpha-Hydroxysäure ist, die die Hautoberfläche exfoliert und zudem die Hautstruktur sowie postinflammatorische Pigmentierung verbessern kann.
▼ 5. Wirkt Teebaumöl genauso schnell wie Benzoylperoxid?
Nein. Klinische Daten zeigten, dass Teebaumöl einen langsameren Wirkungseintritt als Benzoylperoxid hatte, obwohl es mit weniger kutanen Nebenwirkungen verbunden war.
▼ 6. Können mehrere Wirkstoffe gegen Akne in einer Pflegeroutine kombiniert werden?
Ja. Viele der in diesem Artikel besprochenen Wirkstoffe wurden als Bestandteil von Kombinationstherapien untersucht. Die Verwendung von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kann dabei helfen, mehrere Faktoren, die zur Entstehung von Akne beitragen, gleichzeitig zu adressieren.
Hinweis
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Anwender:innen in der ästhetischen Medizin und ersetzt keine individuelle Beratung, Fortbildung oder Entscheidungsgrundlage im Einzelfall. Es werden keine Heilsversprechen abgegeben und keine spezifischen Therapieempfehlungen für einzelne Patient:innen ausgesprochen. Nationale gesetzliche Vorgaben, Fachinformationen der Hersteller und aktuelle Leitlinien sind bei jeder Anwendung zu beachten.