Chemical Peel Selection Strategy: Aligning Formulation with Skin Needs

Chemische Peeling-Strategien: Die passende Formulierung für unterschiedliche Hautbedürfnisse

Einleitung

Chemische Peelings sind Verfahren zur Hauterneuerung, bei denen chemische Wirkstoffe eingesetzt werden, um eine kontrollierte Exfoliation und Regeneration der Haut in unterschiedlichen Tiefen zu induzieren. Abhängig vom verwendeten Peelingwirkstoff, seiner Konzentration und der jeweiligen Formulierung können chemische Peelings eine Vielzahl von Hautproblemen behandeln, darunter Akne, Hyperpigmentierungen, Melasma und lichtbedingte Hautalterung.

Dieser Artikel hilft Fachanwendern dabei, die geeignete chemische Peeling-Formulierung für spezifische dermatologische Indikationen auszuwählen, indem Wirkmechanismus, Eindringtiefe und klinische Ergebnisse gezielt aufeinander abgestimmt werden.


Klassifizierung chemischer Peelings

Mehr dazu: Professionelles Chemical Peeling: Die wichtigsten Schritte für mehr Sicherheit und bessere Behandlungsergebnisse

Chemische Peelings werden entsprechend der durch die Behandlung verursachten Eindringtiefe in drei Kategorien eingeteilt:

  • Oberflächliche Peelings: Wirken auf die Epidermis bis zur Basalschicht. Typische Indikationen sind leichte Lichtalterung, oberflächliche Pigmentierungen, ein ungleichmäßiger Hautton sowie die Verfeinerung der Hautstruktur.
  • Mitteltiefe Peelings: Dringen bis in die papilläre Dermis vor. Sie eignen sich zur Behandlung oberflächlicher Narben, feiner Falten und leichter Pigmentstörungen.
  • Tiefe Peelings: Erreichen die retikuläre Dermis und werden bei ausgeprägter Lichtalterung, tieferen Falten und stärkeren strukturellen Hautschäden eingesetzt.

Die Eindringtiefe eines chemischen Peelings hängt jedoch nicht ausschließlich vom verwendeten Wirkstoff und dessen Konzentration ab. In der klinischen Praxis wird die tatsächliche Wirkung zusätzlich durch zahlreiche weitere Faktoren beeinflusst.

Eindringtiefen verschiedener chemischer Peelingwirkstoffe

Eindringtiefen verschiedener chemischer Peelingwirkstoffe – Quelle: Research Gate


Arten von chemischen Peelingformulierungen

1. AHA (Alpha-Hydroxysäuren)

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe schwacher organischer Säuren, die häufig aus Früchten gewonnen werden. Zu den am häufigsten verwendeten Säuren gehören:

  • Zitronensäure:wird typischerweise aus Zitronen, Orangen und Ananas gewonnen.
  • Glykolsäure: wird aus Zuckerrohr gewonnen, exfoliert das Stratum corneum und stimuliert die Kollagenproduktion.
  • Apfelsäure: wird aus Äpfeln gewonnen und kann Poren verfeinern, Sebum reduzieren und Akne verbessern.
  • Weinsäure: wird aus Trauben gewonnen und sorgt für eine milde Exfoliation.
  • Milchsäure: wird aus Joghurt oder Heidelbeeren gewonnen.
  • Mandelsäure: wird aus Mandeln gewonnen.

AHAs fördern die Abschilferung verhornter Zellen und erhöhen die Bildung von Kollagen und Glykosaminoglykanen. Dadurch nehmen sowohl die Dicke der Dermis als auch der Epidermis zu. Darüber hinaus verbessern AHAs die Hautfeuchtigkeit.

Häufig verwendete AHA-Peelingwirkstoffe

Häufig verwendete AHA-Peelingwirkstoffe – Quelle: Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology

Glykolsäure (GA)

GA ist die einfachste und am häufigsten verwendete Alpha-Hydroxysäure. Aufgrund ihrer kleinsten Molekülstruktur und ihrer hohen Hydrophilie besitzt sie ein ausgeprägtes Penetrationsvermögen sowie die höchste Bioverfügbarkeit innerhalb der AHAs.

  • Indikationen: Postinflammatorische Hyperpigmentierung, Pigmentflecken, Oberflächliches Melasma, Seborrhoe, Feine Falten, Akne.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, Stillzeit, Aktive Herpes-simplex-Infektion, Kontaktdermatitis, Überempfindlichkeit gegenüber Glykolaten.
  • Wirkmechanismus:GA schädigt das Stratum corneum und reduziert die Zelladhäsion, wodurch eine Exfoliation ausgelöst wird.
    • Bei niedrigen Konzentrationen reduziert GA die Kohäsion der Korneozyten und fördert die Abschuppung der Epidermis.
    • Bei höheren Konzentrationen entfaltet sie destruktive Effekte durch die Aktivierung epidermolytischer Enzyme.
    • Dies führt zu einer Verdünnung der Epidermis, einer erhöhten Zellproliferation und einer verstärkten Regeneration, wodurch sich Hautstruktur und Hautoberfläche verbessern.
  • Übliche Konzentration:: 30–70 %, pH 2,5–3. Nach der Anwendung muss GA mit alkalischen Lösungen wie Natriumbicarbonat, Natriumhydroxid oder Wasser neutralisiert werden.
  • Klinische Endpunkte: Das Auftreten von Erythemen, Rötungen oder leichten Ödemen ist möglich.
  • Die epidermale Regeneration erfolgt typischerweise innerhalb von 7–10 Tagen.

Milchsäure (LA)

LA ist eine wasserlösliche Säure, die der Glykolsäure ähnelt, jedoch zusätzlich eine Methylgruppe am β-Kohlenstoffatom besitzt. LA weist einen niedrigeren pKa-Wert und einen niedrigeren pH-Wert als GA auf, wodurch bereits bei geringeren Konzentrationen eine wirksame Exfoliation erreicht werden kann. Bei gleicher Konzentration erzielt LA eine vergleichbare Keratinkoagulationstiefe bei einem niedrigeren pH-Wert.

  • Wirkmechanismus:Nach dem Auftragen auf die Haut wird Milchsäure zu Laktat umgewandelt, einem Bestandteil des natürlichen Feuchthaltefaktors (Natural Moisturizing Factor, NMF), der zur Aufrechterhaltung der Hautfeuchtigkeit beiträgt. Darüber hinaus hemmt LA die Tyrosinaseaktivität und eignet sich daher für die Behandlung von Melasma.
  • Neutralisation:Abhängig von der Konzentration kann eine Neutralisation erforderlich sein:
    • Bei niedrigen Konzentrationen (15 %) ist LA selbstneutralisierend.
    • Bei höheren Konzentrationen (z. B. 45 %) ist eine Neutralisation notwendig.
  • Die Reepithelialisierung erfolgt in der Regel innerhalb von 7–10 Tagen.

2. BHA (Beta-Hydroxysäuren)

BHA bezeichnet eine Gruppe aromatischer Verbindungen, wobei Salicylsäure (SA) der wichtigste Vertreter ist.

SA ist fettlöslich und exfoliert verhornte Zellen, ohne entzündliche Reaktionen auszulösen. Sie wirkt keratolytisch, kann in die pilosebazöse Einheit eindringen und besitzt antibakterielle, entzündungshemmende sowie talgregulierende Eigenschaften.

BHA-Peelings werden häufig zur Behandlung von Akne, fettiger Haut, Warzen und Verhornungsstörungen eingesetzt.

  • Indikationen:Akne, Sommersprossen, Pigmentflecken, Pigmentstörungen, Lichtbedingte Hautalterung, Fahler Teint, Postinflammatorische Hyperpigmentierung.
  • Kontraindikationen:Überempfindlichkeit, Schwangerschaft, Anwendung von Isotretinoin innerhalb der letzten 3–6 Monate.
  • Neutralisation:SA wird durch endogene Lipoproteine der Haut selbst neutralisiert.

Salicylsäure sollte nicht auf großflächigen Arealen angewendet werden, da ein Risiko einer Salicylat-Toxizität besteht, auch wenn diese Komplikation selten auftritt.

3. Trichloressigsäure (TCA)

TCA ist ein farbloser kristalliner Feststoff. Sie besitzt den niedrigsten pKa-Wert und ist die stärkste Säure unter den häufig verwendeten Peelingsubstanzen.

  • Indikationen: Narben, ausgeprägtes Photoaging, Warzen, Fibrome, Keratosen, oberflächliches oder gemischtes Melasma, Hyperpigmentierungen.
  • Kontraindikationen: offene Wunden, lokale Infektionen, Anwendung von Isotretinoin innerhalb der letzten 6 Monate, Schwangerschaft.
  • Wirkmechanismus: Durch Proteinkoagulation induziert TCA eine Entzündungsreaktion und stimuliert Regeneration sowie Zellproliferation.
  • Konzentration: Die verwendete Konzentration beeinflusst direkt die Eindringtiefe:
    • 10–20 %: wirkt auf die oberflächliche Epidermis.
    • 25–35 %: wirkt auf die gesamte Epidermis.
    • 40–50 %: erreicht die oberflächliche Dermis.
    • 50 %: erreicht die tiefe Dermis.
  • Klinischer Endpunkt: Frosting (weiße Verfärbung der Haut nach der Applikation).
  • Neutralisation: TCA ist selbstneutralisierend und wird selbst bei Konzentrationen von 100 % nicht systemisch resorbiert.
  • Die Reepithelialisierung erfolgt innerhalb von 7–14 Tagen.

4. Retinsäure

  • Wirkmechanismus:
    • Retinsäure wirkt durch die Exfoliation des Stratum corneum, die Rückbildung atypischer epidermaler Zellen sowie die Stimulation von Kollagen, Glykosaminoglykanen und der Gefäßneubildung.
    • Darüber hinaus reduziert sie die Pigmentierung durch die Hemmung von Tyrosinase und TIRP-1.
  • Konzentration: Für Peelings werden üblicherweise Konzentrationen von 3–12 % verwendet.
  • Indikationen: Photoaging, Verhornungsstörungen, Sommersprossen, Melasma, Akne, Striae.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, Überempfindlichkeit gegenüber Retinsäure.
  • Neutralisation: Eine Neutralisation ist nicht erforderlich. Die Lösung verbleibt für 4–6 Stunden auf der Haut und wird anschließend abgewaschen.

Die Anwendung von Retinsäure erfordert jedoch besondere Vorsicht, da Risiken wie postinflammatorische Hyperpigmentierungen, Narbenbildung und dauerhafte Hypopigmentierungen bestehen.

5. Jessner-Lösung

Die Jessner-Lösung besitzt eine keratolytische Wirkung.

  • Indikationen: Photoaging, Hyperpigmentierungen, Akne.
  • Kontraindikationen: aktive Infektionen im Behandlungsareal.
  • Bestandteile der Formulierung:
    • Klassische Formulierung: 14 % Resorcin, 14 % Milchsäure, 14 % Salicylsäure.
    • Modifizierte Formulierung: 17 % Milchsäure, 17 % Salicylsäure, 8 % Zitronensäure.

6. Phenol

Phenol ist ein tief wirkender chemischer Peelingwirkstoff, der bis in die retikuläre Dermis eindringt. Daher kann die Behandlung erhebliche Schmerzen verursachen und erfordert eine angemessene Analgesie des Patienten.

  • Indikationen: Pigmentstörungen, Falten, Photoaging, präkanzeröse Läsionen, Aknenarben.
  • Kontraindikationen: physiologische Instabilität, psychische Instabilität, Schwangerschaft, unkontrollierte systemische Erkrankungen.
  • Die Behandlung muss in medizinischen Einrichtungen mit vollständiger Reanimationsausstattung und engmaschiger Patientenüberwachung durchgeführt werden.
  • Mögliche systemische Komplikationen umfassen:
    • Herzrhythmusstörungen
    • Leberschädigungen
    • Nieren- und neurotoxische Wirkungen

Zuordnung chemischer Peelingformulierungen zu häufigen Hautproblemen

Hautprobleme Empfohlene chemische Peelingformulierungen
Akne Geschlossene Komedonen Brenztraubensäure 40–60 %, Salicylsäure 25 %, Jessner-Lösung, Glykolsäure 70 %
Leichte bis mittelschwere entzündliche Akne Brenztraubensäure 40–60 %, Salicylsäure 25–30 %, Jessner-Lösung
Schwere nodulozystische Akne Brenztraubensäure 40–60 %
Rosazea Erythematöse Rosazea Salicylsäure 15–25 %, Brenztraubensäure 40 %
Papeln und Pusteln Salicylsäure 25–30 %, Brenztraubensäure 40 %
Aknenarben Oberflächliche Narben Brenztraubensäure 40–60 %, Trichloressigsäure 25–50 %, Salicylsäure 25 % kombiniert mit Trichloressigsäure 25–30 %
Mittlere bis tiefe Narben Phenol 45–80 %, Trichloressigsäure >40 %
Aktinische Keratose Trichloressigsäure >30 %, Brenztraubensäure 50–60 %, Salicylsäure 25 % kombiniert mit Trichloressigsäure 25–30 %
Pigmentbedingte Hautprobleme Hyperpigmentierte oder verdunkelte Haut Salicylsäure 20–30 %, Jessner-Lösung, Glykolsäure 20–70 %, Trichloressigsäure 10–30 %
Melasma Salicylsäure 25 %, Salicylsäure 25 % + Trichloressigsäure 10–25 %, Glykolsäure 50–70 %, Brenztraubensäure 40–50 %, Trichloressigsäure 15–20 %, Resorcin, Jessner-Lösung
Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) Salicylsäure 30 %, Salicylsäure 25 % + Trichloressigsäure 10–25 %, Glykolsäure 50–70 %, Brenztraubensäure 40–50 %, Trichloressigsäure 15–25 %, Resorcin, Jessner-Lösung
Solare Lentigines Trichloressigsäure >25 %, Salicylsäure 25 % + Trichloressigsäure 25–30 %, Brenztraubensäure 50–70 %, Phenol 60–80 %
Photoaging Leicht bis mittelschwer Trichloressigsäure 30–50 %, Glykolsäure 50–70 %, Salicylsäure 30 %, Salicylsäure 25 % kombiniert mit Trichloressigsäure >25 %
Schwer Glykolsäure 70 % kombiniert mit Trichloressigsäure 35 %, Jessner-Lösung kombiniert mit Trichloressigsäure 35 %, Phenol 88 %

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Fazit zur Auswahl geeigneter Chemical Peelings

Für Anwender ist es entscheidend, die Eigenschaften der einzelnen Peelingwirkstoffe umfassend zu verstehen und die geeignete Konzentration sowie Formulierung für die jeweilige Hautindikation auszuwählen. Der Erfolg eines chemischen Peelings beruht nicht ausschließlich auf der Produktauswahl, sondern auf der Fähigkeit, Wirkmechanismus und Eindringtiefe des Wirkstoffs mit der klinischen Indikation des Patienten in Einklang zu bringen.

Vor der Behandlung sollte zudem eine umfassende Hautanalyse und Patientenbeurteilung erfolgen, um den am besten geeigneten Peelingwirkstoff, die passende Konzentration und das optimale Behandlungskonzept festzulegen. Dieser Schritt ist entscheidend, um klinische Ergebnisse zu optimieren und gleichzeitig das Risiko von Komplikationen wie postinflammatorischen Hyperpigmentierungen, Narbenbildung oder übermäßigen Irritationen zu minimieren.

Für Anwender, die die Grundlagen der Peelingwirkstoffe und der Formulierungsauswahl bereits beherrschen, besteht der nächste Schritt darin, sich intensiver mit den detaillierten Protokollen und Verfahrenstechniken des chemischen Skin Resurfacings auseinanderzusetzen.

Mehr dazu: Professionelle Verfahren des Chemical Peelings.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Welches Chemical Peel ist für dunklere Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) am sichersten?

Oberflächliche Peelings wie Salicylsäure und niedrig konzentrierte Glykolsäure werden bevorzugt, da sie mit einem geringeren Risiko für postinflammatorische Hyperpigmentierungen verbunden sind.

2. Können verschiedene Chemical Peelings innerhalb eines Protokolls kombiniert werden?

Ja. Kombinationsprotokolle (z. B. Jessner-Lösung + TCA) werden häufig eingesetzt, um die Penetration und Wirksamkeit zu erhöhen. Dabei ist jedoch eine strenge Kontrolle der Eindringtiefe erforderlich.

3. Wie häufig können Chemical Peelings durchgeführt werden?

Oberflächliche Peelings können in der Regel alle 2–4 Wochen wiederholt werden, während mittel- bis tiefwirksame Peelings aufgrund der längeren Regenerationszeit größere Behandlungsintervalle erfordern.

4. Wovon hängt die Ausfallzeit nach einem Peeling ab?

Entscheidend sind vor allem die Eindringtiefe und der verwendete Wirkstoff. Oberflächliche Peelings verursachen nur minimale Ausfallzeiten, während tiefe Peelings eine mehrwöchige Regenerationsphase erfordern können.

5. Ist nach einem Chemical Peel immer eine Neutralisation erforderlich?

Nein. Einige Wirkstoffe wie TCA und Salicylsäure sind selbstneutralisierend, während andere, beispielsweise Glykolsäure, eine aktive Neutralisation erfordern.

6. Was ist das größte Risiko bei Chemical-Peel-Behandlungen?

Die häufigste und bedeutendste Komplikation ist die postinflammatorische Hyperpigmentierung, insbesondere bei dunkleren Hauttypen oder bei zu aggressiven Behandlungsprotokollen.


Hinweis

Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Anwender:innen in der ästhetischen Medizin und ersetzt keine individuelle Beratung, Fortbildung oder Entscheidungsgrundlage im Einzelfall. Es werden keine Heilsversprechen abgegeben und keine spezifischen Therapieempfehlungen für einzelne Patient:innen ausgesprochen. Nationale gesetzliche Vorgaben, Fachinformationen der Hersteller und aktuelle Leitlinien sind bei jeder Anwendung zu beachten.

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