Warum Aknebehandlungen scheitern: 5 häufige Missverständnisse
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- Einleitung
- Missverständnis Nr. 1: Akne verschwindet nach der Pubertät
- Missverständnis Nr. 2: Peelings mit Peelingkörnern können Akne beseitigen
- Missverständnis Nr. 3: Schokolade und fettige Lebensmittel verursachen Akne
- Missverständnis Nr. 4: Pickel sollten niemals ausgedrückt werden
- Missverständnis Nr. 5: Blaues Licht ist eine wirksame Behandlung gegen Akne
- Empfohlene Produkte für die Aknepflege zu Hause
- Fazit zur Aknebehandlung
Einleitung
In der heutigen, von Medien geprägten Informationslandschaft haben viele Patienten falsche Vorstellungen über Akne, die durch soziale Medien, persönliche Erfahrungsberichte oder veraltete Informationen geprägt sind. Diese Missverständnisse können dazu führen, dass Patienten den Besuch bei einem Behandler hinauszögern, empfohlene Therapien ablehnen oder Behandlungspläne nicht konsequent einhalten. Dadurch bleiben selbst gut konzipierte Therapiekonzepte häufig hinter den erwarteten Ergebnissen zurück – nicht aufgrund klinischer Grenzen, sondern wegen unrealistischer Erwartungen und eines ungeeigneten Patientenverhaltens.
Die Aufklärung über diese Mythen ist daher kein optionaler Bestandteil der Behandlung, sondern ein wesentlicher Baustein eines erfolgreichen Akne-Managements. Dieser Artikel unterstützt Fachkräfte der ästhetischen Medizin dabei, die Behandlungsergebnisse zu verbessern, indem er fünf weit verbreitete Akne-Mythen aufzeigt, die das Verhalten und die Therapietreue von Patienten beeinflussen.
Missverständnis Nr. 1: Akne verschwindet nach der Pubertät
Akne kann in jedem Lebensalter auftreten – Quelle: Harvard Health
Akne kann unabhängig vom Alter auftreten. Menschen in ihren 20ern, 30ern, 40ern, 50ern und sogar 60ern können von Akne betroffen sein. Ebenso bedeutet das Ausbleiben von Akne während der Pubertät nicht, dass sie sich im Erwachsenenalter nicht entwickeln kann.
Interessanterweise werden zur Behandlung von Akne bei Erwachsenen weitgehend dieselben Produkte und Wirkstoffe eingesetzt wie bei jugendlicher Akne. Studien haben gezeigt, dass kosmetische Wirkstoffe wie Salicylsäure (BHA) und Azelainsäure als Goldstandard gelten und unabhängig vom Alter eine bemerkenswerte Wirksamkeit bei der Reduzierung und in einigen Fällen sogar der Beseitigung leichter bis mittelschwerer Akne aufweisen. Darüber hinaus können Patienten ihren Arzt zu verschreibungspflichtigen Präparaten mit Benzoylperoxid konsultieren, die sich bei zu Akne neigender Haut als vorteilhaft erweisen können.
Viele Menschen glauben, dass Hautpflegeprodukte für Jugendliche die Haut Erwachsener zu stark austrocknen oder reizen oder dass bestimmte Produkte Akne bei Jugendlichen verschlimmern könnten. Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Inhaltsstoffe, die die Haut übermäßig austrocknen, reizen oder Entzündungen fördern, Akne unabhängig vom Alter sogar verschlechtern können. Die Strategie, Akne „auszutrocknen“, ist daher für keine Altersgruppe geeignet – insbesondere dann nicht, wenn punktuell aufgetragene Cremes als primäre Behandlungsmaßnahme eingesetzt werden.
Missverständnis Nr. 2: Peelings mit Peelingkörnern können Akne beseitigen
Mechanische Peelings können Hautzellen schädigen und schwerwiegendere Folgen verursachen – Quelle: Liudmila Chernetska/Getty Images, The Guardian
Wenn mechanische Peelings Akne und Mitesser tatsächlich beseitigen könnten, würden diese Hautprobleme längst nicht mehr existieren – was offensichtlich nicht der Fall ist. Tatsächlich kann intensives Schrubben den Hautzustand sogar verschlechtern.
Bei Mitessern entfernt ein starkes mechanisches Peeling lediglich den sichtbaren Teil an der Hautoberfläche, beseitigt jedoch nicht die tiefer liegenden Verhornungen im Porenkanal, in denen Mitesser entstehen. Deshalb treten die dunklen Punkte bereits kurze Zeit nach dem Peeling erneut auf. Darüber hinaus kann starkes Schrubben fettige Haut verschlimmern, indem Nervenendigungen an der Basis der Poren stimuliert werden, was die Talgproduktion erhöht.
Im Vergleich zu anderen Peelingmethoden können abrasive Verfahren stärkere Hautschäden verursachen, indem sie Hautzellen ausdünnen und schädigen. Dadurch steigt das Risiko für Entzündungen, was wiederum Akne verschlimmern kann. Da Akne grundsätzlich eine entzündliche Hauterkrankung ist, führt jede Maßnahme, die Entzündungen verstärkt, zu mehr Hautunreinheiten, einer langsameren Heilung und länger anhaltenden postinflammatorischen Aknemalen.
Einige Peelingformulierungen mit weicheren Partikeln, beispielsweise aus Hafer oder Jojoba-Wachsperlen, können hautschonender sein und – bei geeigneter Formulierung – zu einem klareren und glatteren Hautbild beitragen. Das vollständige Ausmaß der langfristigen Auswirkungen mechanischer Peelings auf die Haut ist jedoch bislang nicht abschließend geklärt.
Für Personen mit zu Akne neigender Haut stellt ein chemisches Peeling die effektivere Methode zur Hauterneuerung dar. Sowohl AHA als auch BHA bieten Vorteile, wobei BHA (Salicylsäure) besonders wirksam bei hartnäckigen Mitessern und verstopften Poren ist. BHA kann tief in die Poren eindringen, ihre normale Funktion unterstützen, ihr Erscheinungsbild verfeinern und Rötungen reduzieren, ohne neue Hautunreinheiten auszulösen. Viele Anwender berichten bereits kurz nach Beginn der Anwendung von Leave-on-Peelings über sichtbare Verbesserungen.
Missverständnis Nr. 3: Schokolade und fettige Lebensmittel verursachen Akne
Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Schokolade und fettreiche Lebensmittel verursachen Akne nicht direkt. Allerdings können bestimmte andere Lebensmittel bei einigen Menschen zur Entstehung von Akne beitragen.
Entgegen früheren Annahmen beeinflusst aufgenommenes Nahrungsfett die Talgproduktion nicht direkt. Überschüssiges Fett aus der Nahrung gelangt nicht vom Verdauungstrakt in die Poren. Stattdessen wird die Talgproduktion hauptsächlich durch hormonelle Prozesse im Körper reguliert und nicht durch die Fettaufnahme über die Ernährung.
Schokolade selbst gilt nicht grundsätzlich als aknefördernd – reine Schokolade enthält sogar starke Antioxidantien. Allerdings können Zutaten, die häufig in Schokoladenprodukten enthalten sind, wie Butter, Zucker, Milch oder Mehl, bei manchen Menschen Akne begünstigen.
Einige Studien weisen darauf hin, dass Milchprodukte, Gluten, Schalentiere und Nüsse Akne auslösen können. Dies gilt jedoch nicht für alle Menschen und variiert individuell. Um herauszufinden, ob bestimmte Lebensmittelgruppen die Haut beeinflussen, können diese vorübergehend aus der Ernährung ausgeschlossen werden. Veränderungen sollten dabei über mehrere Wochen beobachtet werden, da sichtbare Effekte Zeit benötigen.
Obwohl der Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt ist, können Betroffene ihre Ernährung anpassen, um ihre individuelle Reaktion zu beurteilen. Sie sollten jedoch nicht entmutigt sein, wenn Ernährungsumstellungen ihre Akne nicht deutlich verbessern.
Missverständnis Nr. 4: Pickel sollten niemals ausgedrückt werden
Sobald der richtige Zeitpunkt erreicht ist, sollte die Extraktion so schonend wie möglich erfolgen – Quelle: iStock
Häufig wird empfohlen, Pickel grundsätzlich niemals auszudrücken, vor allem aufgrund des Risikos von Narbenbildung und Hautschäden. Diese Bedenken sind berechtigt. Gleichzeitig zeigt die klinische Erfahrung, dass die fachgerechte Extraktion bestimmter Akne-Läsionen deren Abheilung beschleunigen kann. Ein generelles Verbot der Extraktion ist daher nicht immer sinnvoll – entscheidend ist vielmehr, dass sie korrekt durchgeführt wird.
Eine unsachgemäße Extraktion oder das Ausdrücken ungeeigneter Läsionen kann die Haut schädigen, Akne verschlimmern und den Heilungsprozess verlängern. Übermäßiger Druck, Quetschen, Manipulieren oder Aufstechen von Läsionen kann erhebliche Hautverletzungen verursachen, die über den natürlichen Verlauf der Läsion hinausgehen und dauerhafte Narben hinterlassen können.
Der richtige Zeitpunkt ist dabei entscheidend. Eine Läsion sollte erst dann extrahiert werden, wenn sie dafür geeignet ist. In der Regel ist dies der Fall, wenn sich ein deutlich sichtbarer Whitehead gebildet hat und die Läsion weniger schmerzhaft sowie weniger entzündet ist.
Ist kein Whitehead sichtbar, gilt grundsätzlich: abwarten. Eine zu frühe Extraktion verschlechtert den Zustand der Läsion. Dies ist insbesondere bei größeren und tiefer liegenden Akne-Läsionen von Bedeutung. Sobald der geeignete Zeitpunkt erreicht ist, sollte die Extraktion möglichst schonend durchgeführt werden.
Für detaillierte Informationen zur korrekten Extraktionstechnik und zur Nachsorge nach der Extraktion sollten die Empfehlungen medizinischer Fachkräfte befolgt werden.
Missverständnis Nr. 5: Blaues Licht ist eine wirksame Behandlung gegen Akne
Die aktuelle Studienlage zu den Auswirkungen von blauem Licht auf die Haut ist widersprüchlich, weshalb dieses Thema differenziert betrachtet werden sollte.
Blaues Licht wird nicht nur von der Sonne ausgestrahlt, sondern auch von digitalen Geräten wie Computern, Fernsehbildschirmen, Leuchtstofflampen, Smartphones sowie bestimmten Hautpflegegeräten. Studien deuten darauf hin, dass eine langanhaltende Exposition gegenüber konzentrierter Lichtenergie Hautschäden verursachen kann, darunter Pigmentveränderungen, Entzündungen und eine Beeinträchtigung der Hautbarriere.
Blaues Licht kann zudem oxidativen Stress in der Haut fördern, der mit lichtbedingter Hautalterung in Zusammenhang steht. Darüber hinaus zeigen mehrere Studien, dass eine langfristige Exposition gegenüber blauem Licht aus digitalen Geräten auch negative Auswirkungen auf die Augengesundheit haben kann.
Andererseits weisen einige Studien darauf hin, dass geringe Dosen von blauem Licht bei bestimmten Hauterkrankungen, einschließlich Akne, therapeutische Vorteile bieten könnten. Allerdings gibt es bislang nur wenige Studien, die die Wirksamkeit von Blaulichtgeräten direkt mit etablierten Goldstandard-Therapien wie Salicylsäure (BHA), Benzoylperoxid oder Azelainsäure vergleichen. Zudem bleibt die Integration der Blaulichttherapie in standardisierte Behandlungsprotokolle eine Herausforderung.
Daher ist beim Einsatz von Geräten mit Blaulicht zur Hautpflege Vorsicht geboten. Einige Smartphones verfügen über Einstellungen zur Reduzierung des Blaulichtanteils durch wärmere Farbtöne (häufig als Nachtmodus bezeichnet), was eine praktikable Möglichkeit darstellen kann, eine potenziell schädliche Belastung zu verringern.
Empfohlene Produkte für die Aknepflege zu Hause
Eine erfolgreiche Aknebehandlung endet nicht in der Praxis. Eine konsequente und strukturierte Heimpflege ist entscheidend, um Behandlungsergebnisse langfristig zu erhalten und Rückfälle zu vermeiden. Nachfolgend finden Sie empfohlene Produkte zur Unterstützung der Aknebehandlung.
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Ausgleichende, talgregulierende Pflegeformel zur professionellen Unterstützung unreiner, öliger und zu Akne neigender Haut mit unruhiger Textur.
Mesoestetic Blemiderm Pack
Professionelles Komplettset zur Pflege unreiner, öliger und zu Unreinheiten neigender Haut.
WiQo Balancing Cream 30ml
Sebumregulierende, ausgleichende Gesichtscreme mit Azelainsäure, Salicylsäure, Niacinamid und fermentierten Pflanzenextrakten – entwickelt für fettige, zu Akne neigende Haut und als unterstützende Pflege nach ästhetischen Behandlungen.
Fazit zur Aknebehandlung
Ein unzureichender Behandlungserfolg bei Akne ist nicht zwangsläufig auf ungeeignete Produkte oder eine unzureichende klinische Therapie zurückzuführen. Häufig sind hartnäckige Fehlvorstellungen der Patienten die eigentliche Ursache, da sie das Verhalten beeinflussen und die konsequente Einhaltung des Behandlungsplans erschweren.
Für Behandler ist die Aufklärung über diese Mythen daher ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Therapiestrategie. Ein wirksames Akne-Management geht weit über die Auswahl geeigneter Wirkstoffe hinaus – entscheidend ist es, das Verständnis der Patienten mit den klinischen Gegebenheiten in Einklang zu bringen. Nur so können Behandlungsprotokolle ihr volles Potenzial entfalten und langfristig konsistente Ergebnisse erzielen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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1. Warum sprechen manche Patienten nicht auf Standardbehandlungen gegen Akne an?
Missverständnisse über Akne führen häufig zu einer inkonsequenten Anwendung, einem vorzeitigen Therapieabbruch oder einer falschen Anwendung der Behandlungsprodukte, wodurch die Wirksamkeit der Therapie insgesamt verringert wird.
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2. Kann Akne bei Erwachsenen mit denselben Wirkstoffen behandelt werden wie Akne bei Jugendlichen?
Ja. Bewährte Wirkstoffe wie Salicylsäure, Benzoylperoxid und Azelainsäure sind unabhängig vom Alter wirksam.
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3. Ist ein mechanisches Peeling für Patienten mit zu Akne neigender Haut empfehlenswert?
Ein aggressives mechanisches Peeling wird nicht empfohlen, da es Entzündungen verstärken und Akne verschlimmern kann.
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4. Sollten Ernährungsumstellungen Bestandteil eines Akne-Behandlungsplans sein?
Ernährungsanpassungen können individuell sinnvoll sein, sollten jedoch evidenzbasierte topische oder medizinische Behandlungen nicht ersetzen.
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5. Ist das Ausreinigen von Pickeln in der klinischen Praxis sicher?
Ja. Wenn die Extraktion fachgerecht, zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Technik durchgeführt wird, kann sie sicher sein und den Heilungsverlauf unterstützen.
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6. Sind lichtbasierte Geräte eine zuverlässige Behandlungsmethode gegen Akne?
Sie können als ergänzende Therapie Vorteile bieten, sollten jedoch etablierte, evidenzbasierte Aknebehandlungen nicht ersetzen.
Hinweis
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Anwender:innen in der ästhetischen Medizin und ersetzt keine individuelle Beratung, Fortbildung oder Entscheidungsgrundlage im Einzelfall. Es werden keine Heilsversprechen abgegeben und keine spezifischen Therapieempfehlungen für einzelne Patient:innen ausgesprochen. Nationale gesetzliche Vorgaben, Fachinformationen der Hersteller und aktuelle Leitlinien sind bei jeder Anwendung zu beachten.