Hyaluronidase – Ein wirksames Mittel zur Auflösung von HA-Fillern
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Einleitung
Hyaluronsäure-(HA)-Filler werden in der ästhetischen Medizin häufig eingesetzt, jedoch können Komplikationen unterschiedlicher Schweregrade auftreten. Hyaluronidase hat sich daher als wichtiges Instrument zur Behandlung dieser Komplikationen etabliert, da sie Hyaluronsäure-Filler bei klinischer Indikation schnell auflösen und deren Wirkung rückgängig machen kann.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über Hyaluronidase, einschließlich ihrer Anwendungsgebiete, Dosierungsempfehlungen und Sicherheitsaspekte bei der Behandlung von Komplikationen im Zusammenhang mit HA-Fillern.
Was ist Hyaluronidase?
Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbaut. Sie wird als therapeutische Option zur Behandlung von Komplikationen im Zusammenhang mit Hyaluronsäure-Dermalfillern eingesetzt, darunter Fillerunregelmäßigkeiten und vaskuläre Komplikationen.
Mechanismus des Hyaluronidase-vermittelten Abbaus von Hyaluronsäure-Fillern – Quelle: Research Gate
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Hyaluronidase zwar in der ästhetischen Medizin weit verbreitet ist, derzeit jedoch keine FDA-Zulassung speziell für die Auflösung von HA-Fillern besitzt. Daher sollten Behandler das Produkt genau kennen, die individuelle Indikation sorgfältig prüfen und sich der potenziellen Risiken im Zusammenhang mit seiner Anwendung bewusst sein.
Mehr dazu: Hyaluronsäure-Dermalfiller im Überblick
Hyaluronidase-Produkte
| Produkt | Herkunft | Weitere Bestandteile | Konzentration |
|---|---|---|---|
| Amphadase | Rind | Thiomersal | 150 Einheiten/ml |
| Vitrase | Schaf | Albumin | 200 Einheiten/ml |
Handelsübliche Hyaluronidase-Produkte werden aus bovinen oder ovinen Quellen gewonnen. Hyaluronidase ist sowohl als Pulver als auch als Lösung erhältlich.
- Pulverformulierungen sollten mit steriler physiologischer Kochsalzlösung rekonstituiert und innerhalb von 12 Stunden nach der Zubereitung verwendet werden.
- Lösungsformulierungen sollten gekühlt gelagert werden.
- Hylenex ist eine rekombinante humane Hyaluronidase, die vom Hersteller zurückgerufen wurde, zukünftig jedoch möglicherweise wieder erhältlich sein wird. Die Dosierungen gelten bei allen kommerziell verfügbaren Hyaluronidase-Präparaten als äquivalent.
Komplikationen von Hyaluronidase
Die Anwendung von Hyaluronidase zur Behandlung von Komplikationen im Zusammenhang mit HA-Fillern wurde bislang nur begrenzt untersucht. Daher stehen nur eingeschränkte Daten zur Häufigkeit von Komplikationen zur Verfügung. Die meisten berichteten Nebenwirkungen sind jedoch lokal begrenzt. Zu den selten berichteten allergischen Reaktionen gehören:
- Urtikaria
- Angioödem
- Anaphylaxie
Hauttest mit Hyaluronidase
Um das Risiko von Komplikationen zu minimieren, wird für alle Hyaluronidase-Produkte ein Hauttest empfohlen, um sicherzustellen, dass keine allergische Reaktion auf das Produkt oder einen seiner Bestandteile vorliegt.
Bei einem positiven Testergebnis ist die Anwendung von Hyaluronidase kontraindiziert.
Durchführung des Hauttests:
- 3 Einheiten Hyaluronidase aufziehen (0,2 ml einer Lösung mit 150 Einheiten/ml).
- Subkutan auf dem Handrücken oder Unterarm injizieren.
- Nach 5 Minuten auf folgende positive Reaktionen beurteilen:
- Tastbare Quaddel
- Induration
- Lokales Erythem
- Systemische allergische Reaktionen wie Urtikaria, Angioödem oder anaphylaktischer Schock
Obwohl ein Hauttest empfohlen wird, zeigte ein Bericht, dass lediglich 65 % der externen Behandler einen Hauttest durchführen würden, verglichen mit nur 20 % der Behandler innerhalb des Konsensuspanels. Dies deutet darauf hin, dass das Vorgehen beim prätherapeutischen Screening je nach patientenbezogenen Faktoren und den Präferenzen des Behandlers erheblich variieren kann.
Vergleich zwischen Mitgliedern des Konsensuspanels und allgemeinen Befragten hinsichtlich der Durchführung eines Hauttests vor einer Behandlung mit Hyaluronidase – Quelle: PubMed
Hyaluronidase gezielt entsprechend der klinischen Indikation anwenden
Dosierung von Hyaluronidase
- Für Knötchenbildungen, Überkorrekturen, Tyndall-Effekt-Knötchen oder Granulome nach HA-Fillern: Anfangsdosis von 5–20 Einheiten, direkt in das HA-Depot injiziert.
- Bei vaskulären Komplikationen: Anfangsdosis von 30–50 Einheiten, intradermal und subkutan entlang des Verlaufs des betroffenen Blutgefäßes injiziert.
Es besteht die Sorge, dass hohe Dosen von Hyaluronidase die lokale Hyaluronsäure der Haut reduzieren und dadurch zu einem Verlust von Weichgewebe führen könnten.
Dies wurde jedoch bislang nicht umfassend untersucht. Einige Behandler berichteten über den Einsatz von Dosen bis zu 375 Einheiten, ohne nachteilige Veränderungen des Gesichtsvolumens zu beobachten.
Wirkeintritt
Pharmakokinetische Daten deuten darauf hin, dass der Wirkeintritt dosisabhängig sein kann.
- Bei Erhaltungsdosen von 5–20 Einheiten zur Behandlung lokalisierter HA-Ablagerungen kann eine sichtbare Glättung innerhalb von 1–2 Wochen nach der Injektion erkennbar werden.
- Bei höheren Dosen von 150–200 Einheiten können erste Effekte bereits innerhalb weniger Stunden nach der Injektion sichtbar sein.
Mit Hyaluronidase kompatible Hyaluronsäure-Filler bei WIR Aesthetics
Einer der wichtigsten Vorteile von Hyaluronsäure-Fillern besteht darin, dass sie bei klinischer Indikation mit Hyaluronidase angepasst oder aufgelöst werden können. Diese Reversibilität bietet Behandlern ein zusätzliches Maß an Sicherheit und Flexibilität bei der Auswahl von HA-Fillern für ästhetische Behandlungen.
Neuramis Deep Lidocaine 1 x 1ml
Die Formulierung kombiniert hochreine, quervernetzte Hyaluronsäure mit Lidocain und ermöglicht eine sanfte Volumenaugmentation sowie eine präzise Konturierung im Gesichtsbereich.
Revolax Deep Lidocaine 1 x 1.1ml
Hochkohäsiver Hyaluronsäure-Dermalfiller mit Lidocain zur gezielten Volumenaugmentation und Behandlung tiefer Falten im Gesichtsbereich.
Neuramis Volume Lidocaine 1 x 1ml
Dieses Produkt wurde speziell zur Korrektur tiefer Falten sowie zur präzisen Definition markanter Gesichtskonturen im Wangen- und Kinnbereich entwickelt.
Fazit zu Hyaluronidase bei HA-Filler-Komplikationen
Jede Behandlung mit Dermalfillern ist mit einem gewissen Komplikationsrisiko verbunden. Obwohl schwerwiegende Nebenwirkungen selten auftreten, sind eine frühzeitige Beurteilung und eine angemessene Behandlung von Komplikationen bei Patienten mit Hyaluronsäure-Fillern von entscheidender Bedeutung.
Hyaluronidase bleibt ein wertvolles Instrument zur Behandlung von Komplikationen im Zusammenhang mit HA-Fillern, insbesondere bei Fillerunregelmäßigkeiten und vaskulären Komplikationen. Ein sorgfältig durchgeführter Hauttest, eine angemessene Dosierung sowie die Berücksichtigung möglicher allergischer Reaktionen sind wesentliche Bestandteile einer sicheren klinischen Anwendung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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1. Wofür wird Hyaluronidase in der ästhetischen Medizin eingesetzt?
Hyaluronidase wird zur Auflösung von Hyaluronsäure-Fillern sowie zur Behandlung von Komplikationen wie Fillerunregelmäßigkeiten, Überkorrekturen, Tyndall-Effekt, Granulomen und vaskulären Komplikationen eingesetzt.
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2. Können alle HA-Filler mit Hyaluronidase aufgelöst werden?
Ja. Hyaluronidase wird zum Abbau von Hyaluronsäure-basierten Fillern eingesetzt. Die benötigte Menge kann jedoch je nach Produkt und klinischer Situation variieren.
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3. Kann Hyaluronidase bei überfüllten Lippen oder einer Überkorrektur der Gesichtskonturen helfen?
Ja. Hyaluronidase kann eingesetzt werden, um überschüssigen HA-Filler in überkorrigierten Behandlungsbereichen zu reduzieren.
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4. Kann Hyaluronidase mehrfach angewendet werden?
Ja. Falls nach der ersten Injektion noch Hyaluronsäure-Filler vorhanden ist, können weitere Behandlungen durchgeführt werden.
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5. Wie schnell wirkt Hyaluronidase?
Der Wirkeintritt ist dosisabhängig. Niedrigere Dosen können innerhalb von 1–2 Wochen zu einer sichtbaren Glättung führen, während höhere Dosen von 150–200 Einheiten bereits innerhalb weniger Stunden sichtbare Ergebnisse erzielen können.
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6. Können hohe Dosen von Hyaluronidase zu einem Volumenverlust im Gesicht führen?
Es besteht die Sorge, dass hohe Dosen die lokale Hyaluronsäure der Haut reduzieren könnten. Dies wurde jedoch bislang nicht umfassend untersucht. Einige Behandler berichteten über den Einsatz von bis zu 375 Einheiten, ohne nachteilige Veränderungen des Gesichtsvolumens zu beobachten.
Hinweis
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Anwender:innen in der ästhetischen Medizin und ersetzt keine individuelle Beratung, Fortbildung oder Entscheidungsgrundlage im Einzelfall. Es werden keine Heilsversprechen abgegeben und keine spezifischen Therapieempfehlungen für einzelne Patient:innen ausgesprochen. Nationale gesetzliche Vorgaben, Fachinformationen der Hersteller und aktuelle Leitlinien sind bei jeder Anwendung zu beachten.